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Wo die Pyrenäen im Meer versinken
Der markante Gebirgszug erstreckt sich von Frankreichs Atlantikküste bis an die Mittelmeerküste Nordspaniens, wo er als Ausläufer im Meer endet.
Cap de Creus nennt sich der Gebirgsauslauf an dessen Küste sich eines der schönsten Tauchgebiete des Mittelmeeres befindet.
Unter Naturschutz
Vor gerade 10 Jahren wurde das Cap de Creus und sein umgebenes Küstengebiet von der Spanischen Regierung unter Naturschutz gestellt. Seither gilt die Unterwasserwelt am Cap als Eldorado für Taucher und Schnorchler. Das Gebirge der Küste entlang ist dergleichen ein faszinierendes Wandergebiet. So schroff und wild wie die Felsenküste über Wasser zu sehen ist, geht die Landschaft unter dem Meeresspiegel weiter. Höhlen, Spalten und Grotten bilden ein Labyrinth von reizvoller Schönheit. In dessen Vielfältigkeit verbirgt sich ein riesiges Potential an Ansiedlungsmöglichkeiten für Meereslebewesen aller Arten.
Lebendiges Oberwasser
Durch die stetig an die Felsen schlagende Brandung vermischt sich Wasser mit Sauerstoff. So entstehen ideale Bedingungen für Algen und Wasserpflanzen, welche den Bereich an den Felsen der oberen Wasserschichten besiedeln. Das satte Dickicht bietet vielen Jungfischen und Brandungsbewohnern einen optimalen Lebensraum. Meeräschen, Brassen, Schleimfische, sowie viele Krabbearten finden hier reichlich Nahrung. Unter Steinen und im groben Kieselgrund sind Schlangensterne und verschiedene Muschelarten zu entdecken.
Strömungszonen
Lässt man den Oberwasserbereich zurück und gleitet an den riesigen Steinbrocken in die Tiefe, wird das Wasser allmählich klarer und tiefblau. Sichtweiten bis zu 30 Metern vermitteln gewaltige Eindrücke. Überhänge sind bis zum letzten Flecken mit gelben Krustenanemonen bewachsen und gleichen einem üppigen Blumenfeld. Krustenschwämme in allen möglichen Farben dekorieren das Gestein. Fadenschnecken, Seesterne und filigrane Plattwürmer weiden an den farbigen Wänden. Die langen Fühler der Langusten tasten die Umgebung des Unterschlupfes ab. Aus jeder Höhle oder Spalte äugt irgend ein Lebewesen heraus. Congeraale, Muränen oder Oktopusse fühlen sich hier ebenfalls wohl und gehören zum Repertoir eines jeden Tauchganges.
Der Tiefenbereich
Im 20 Meter Bereich bricht die abfallende Küste ab und geht in eine Steilwand über. Jetzt beginnt das Farbenspiel erst recht. Die ganze Felsenwand ist überwachsen mit Gorgonien von dunkelrot bis weiss. Sogar die sich verfärbenden Gorgonienfächer haben sich angesiedelt. Was für ein überwältigender Anblick! Sanft bewegen sich die zerbrechlichen Gebilde im Zug der leichten Strömung und filtrieren mit ihren zarten Polypen das vorbeitreibende Plankton aus dem Wasser. Allmählich teilt sich der Fels zu einer Spalte und öffnet darunter eine Höhle, deren Decke über und über mit Zweigen der Schmuck, - oder Edelkoralle bewachsen ist. Im Schein der Tauchlampen starrt ein grosser Zackenbarsch den Tauchern entgegen. Nach kurzer Zeit verschwindet er in einem der unzähligen Felslöchern. Über dem sandigen Boden der Höhle verharrt ein grosser Gabeldorsch und tastet mit seinen Fühlern den Grund nach Nahrung ab. ein scheuer Bärenkrebs fühlt sich gestört und zieht sich in seine Wohnhöhle zurück. Im dunklen Bereich der Höhlendecke hat sich ein Schwarm Meerbarbenkönige gebildet welche versuchen dem Lichtstrahl der Lampe zu entfliehen.
Ein lohnender Blick ins blaue Wasser
Langsam schwindet der Luftvorrat und das Finimeter mahnt zum Auftauchen. Wieder an der Bruchkante angelangt, kommt uns ein grosser Schwarm Sattelbrassen entgegengeschossen. Die entstandene Unruhe haben einige jagende Baracudas verursacht. Ein grosser Oktopus tastet sich mit seinen Armen dem Fels entlang und brilliert mit seinem Können als Tarnkünstler. Der erhoffte Anblick eines vor dieser Küste ebenfalls immer wieder vorkommenden Mondfische blieb uns leider verwehrt, doch ein Blick ins tiefblaue offene Mittelmeer hat sich schon oft gelohnt.
Gemütliches Austauchen
Sanft lassen wir uns am Felsplateau auftreiben und tarieren uns im 4 Meter Bereich zum gemütlichen Austauchen. Wir haben einen quirligen Hörnchenschleimfisch entdeckt und schauen dem ulkigen Lebewesen zu. Seine schöne Färbung und vor allem sein Attraktives Wesen lassen den Sicherheitsstopp zum interessanten Verweilen werden. Wir tauchen zurück zum Schiff und lassen uns ein letztes mal faszinieren, von eine pulsierenden Feuerqualle, welche sich graziös den Weg in die Tiefe sucht. Sichtlich begeistert, werden unter den Tauchern auf dem Schiff die erlebten Momente ausgetauscht und man freut sich auf die weiteren, noch bevorstehenden Tauchgänge.
Reizende Küstenlandschaft
Was wäre ein Aufenthalt am Cap de Creus, ohne einen Ausflug ins Landesinnere zu tun. Zum Beispiel zum Benediktinerkloster St. Pere de Roses oder ins verträumte Küstendörfchen Cadaqués, dem Lieblingsort von so manchem namhaften Künstler.
Hätten Marc Chagall, Pablo Picasso, oder Salvadore Dali die Möglichkeit gehabt, wie wir, in die fantastische Unterwasserwelt des Cap de Creus zu tauchen, wer weiss, was dann aus ihren Inspirationen für gewaltige Kunstwerken entstanden wären.
Wer noch nie im Mittelmeer getaucht ist, hat wahrlich ein ganz grosses Taucherlebnis noch vor sich. In diesem Meer sind Tauchgründe zu entdecken, welche sich mit allen anderen dieser Welt problemlos messen können und ganz besonders die Spots hier am Cap de Creus.
