Publikation
Sardinien, Costa Smeralda traumhaft schön doch....
Kristallklares Wasser in allen erdenklichen Blautönen. Duftende, mit allerhand Sträuchern bewachsene Hügel. Traumhafte Küstenlandschaften mit einladenden Buchten.
Sardinien ist eine fantastische Ferieninsel für Mittelmeerfreunde. Mit gutem Strassennetz und ausgezeichneter Hotellerie und Gastronomie. Die Preise bewegen sich jedoch eher im Hochpreissegment, doch das Preis – Leistungsverhältnis stimmt an den meisten Orten.
Nichts für Rucksacktouristen
Auf der Insel ist das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitte sehr mager. Es gibt wohl Buslinien. Die Busse verkehren jedoch so spärlich, dass einem die Freude vergeht, diese für Ausflüge zu nutzen. Das heisst also, ein Auto mieten oder im Hotel bleiben. Es werden Rundreisen und Ausflüge angeboten, welche jedoch sehr teuer sind. Nicht selten trifft man Touristen welche nach einem solchen Ausflugsangebot unzufrieden zurückkehren, weil sie für ihr teures Geld zu wenig geboten bekamen.
Endtäuschendes Tauchangebot
Leider mussten wir die selbe Erkenntnis auch beim Tauchen erfahren. bereits vor unserer Abreise hatten wir uns per Internet für einige Tauchtage mit einer Tauchbasis vereinbart. Vor Ort hatte sich jedoch niemand um unsere Tauchvorhaben gekümmert. Auf unsere telefonische Nachfrage teilte man uns mit, dass sich die beiden Tauchbasenbesitzer zerstritten hätten und es deshalb nicht möglich sei, mit uns zu tauchen. Anderntags fanden wir im Ort Cannigione eine Tauchbasis und erkundigten uns nach Angebot und Preisen. Der anwesende Tauchlehrer zog es jedoch vor, unter dem Ladeneingang mit zwei Kumpels zu plaudern und zeigte keinerlei Interesse, sich unseren Anliegen anzunehmen. Nach einiger Wartezeit wurde es uns nun doch zu bunt und wir zogen es vor, uns nach einer weiteren Tauchbasis umzusehen. Beim dritten Anlauf klappte es nun doch. Wir kannten die Basis von früheren Ferien her und konnten für den folgenden Tag noch zwei Plätze auf dem Boot reservieren.
Kein Service, dafür Abriss
Wir buchten vorerst zwei Tauchgänge und bezahlten für die Bootsausfahrt, Pressluft und Blei 80.- Euro pro Person inclusive Transfer. Am folgenden Morgen um 08.30 Uhr wurden wir, wie vereinbart vor dem Hotel abgeholt. der 8 Min. dauernde Transfer führte direkt zum Zodiac am Hafen, wo bereits 9 Taucher und 4 Guides auf uns warteten. Mit uns beiden war nun das Gummiboot zum bersten voll und das anschliessende Ausrüsten gestattete sich äusserst mühsam. Am Tauchspot angelangt, ging es nach kurzem Breafing ins Wasser und der Tauchgang wurde zum erholsamen Erlebnis. An einer schön mit Gorgonien bewachsenen Felswand glitten wir in die Tiefe. Durch Spalten in Grotten und an, mit Krustenanemonen und Schwämmen überwachsenen Überhängen gelangten wir wieder zurück zum Einstieg, wo sich während unserem Tauchgang ein grosser Baracudaschwarm versammelt hatte. Nach dem überraschend schönen Tauchgang freuten wir uns auf den zweiten Tauchspot, welcher uns für das Gedränge auf dem Schiff ein wenig entschädigen sollte. Doch nun hiess es, Tauchanzüge anbehalten, 45 Min. Oberflächenpause bis zum nächsten Tauchgang und dies ohne Toilette und etwas zu trinken. Also dümpelten wir uns im leichten Wellengang die Pause um die Ohren. Unweit des ersten Tauchplatzes wurde nun erneut der Anker geworfen und es ging wieder zum Tauchen. Auch hier erkundeten wir wieder ein schönes Tauchgebiet mit roten Gorgonien, Schnecken Seesternen und sogar grossen Zackis. Unser Guide zog vorweg, als ob er Wespen in der Hose hätte und so waren wir nach 25 min. und mit 130 Bar Restluft in den Tanks wieder beim Ankerseil zurück. Also machte ich dem Tauchführer klar, dass unser Tauchgang auf keinen Fall zu Ende war. Mit Wiederwillen zog er nun eine weitere runde um den Felsblock und unser Taucherlebnis endete nach 42 Min. mit 70 Bar in der Flasche und grossem Frust. Wieder auf der Basis angekommen, machte niemand den Anschein, sich um unser Transfer zum Hotel zu kümmern. Die Guides waren in die Mittagspause verschwunden und lediglich das Mädchen vom Büro konnten wir gerade noch beim Abschliessen der Basis anhalten. Sie hatte schliesslich auf unser Drängen hin die Aufgabe übernommen und uns samt Tauchausrüstung zum Hotel zurückgefahren.
Kein Interesse am Tauchtourismus
Uns war unter solchen Umständen die Lust am Tauchen echt vergangen und wir verbrachten unseren Rest des Urlaubs mit Schnorcheln und Schwimmen. Sardinien hat sehr schöne und interessante Tauchspots, welche punkto Unterwasserwelt und Artenvielfalt durchaus sehenswert sind. Doch leider macht es den Anschein, als dass die Sarden gar nicht daran interessiert sind, einen guten und kundenfreundlichen Tauchtourismus anzustreben. Schade, denn die Insel ist wirklich sehr schön und daran würden auch trotz dem höheren Preisniveau die Schweizer Tauchtouristen gefallen finden.
Robi Wyss
