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Guiding nach Philipinischer Art

Ich sehe etwas, was du nicht siehst! Ein beliebtes Kinderspiel, welches sich beim Tauchen zwischen den Tauchpartnern in ähnlicher Weise abspielt.

Die Liebe zu ihrem Meer
Oftmals ist der Entdecker mit der Aufgabe der Tauchführung beauftragt, welcher seinem anvertrauten Tauchbegleiter etwas interessantes bieten soll. Nicht selten gerät der unkundige ins Staunen. Je vielfältiger das Angebot an Sehenswürdigkeiten ist umso mehr erfreut es den Tauchgast. Zufriedene Gäste sind das Brot der Tauchzentren. Auf den Philippinen sind diese Tauchbegleiter oder Guides, von ganz besonderer Klasse. Hier ist es mehr, als gute Tauchgangbegleitung. Bei diesen Männern spürt man Herzblut und die Liebe zu Ihrem Meer und dessen natürlichen Lebensraumes.

Unser Dive Guide
Mayrico Alban oder einfach Rico, ist 31 Jahre alt und noch ledig. Er wohnt in Dauin auf der Philippineninsel Negros und arbeitet seit 5 Jahren auf der Tauchbasis von Seaexplorer im Pura Vida - Resort.

Das Breafing
Mit strahlendem Lachen empfängt uns Rico auf der Basis zum Tauchgang. Wir sind ausgerüstet und die Pressluftflaschen samt Stabi wurden bereits schon von der Basis - Crew auf das Boot gebracht. „ Welcome to Breafing! Ruhig und Kompetent erklärt uns Rico anhand seiner angefertigten Skize den Tauchspot. Noch ist nicht sicher, ob es Strömung hat, deshalb werden uns beide Tauchgang -Variationen erklärt, mit dem Hinweis, dass vor dem Eintauchen nochmals ein kurzes Breafing stattfindet. am Spot angekommen, erhalten wir endgültig die richtigen Anweisungen und tauchen danach gemeinsam ein.

Erstaunliche Tauchgangführung
Bisher unterscheidet sich nichts vom herkömmlichen Guiding, doch nun, unter Wasser, wird alles etwas ganz anders. Wir hören da unten plötzlich etwas. Es ist Rico, der seltsame Laute von sich gibt. Mal singt er leise vor sich hin, mal vernehmen wir ein erstauntes aha, mal ein versprechendes oh! Wie ein jagender Tiger kreuzt unser Guide langsam und vorsichtig über den Meeresgrund. Immer auf der Pirsch nach den Juwelen des Neptunreiches. Er verfügt über ein enormes Wissen über die vorkommenden Lebewesen und deren Lebensraumes. Er weiss ganz genau, wo und wie sich die Geschöpfe tarnen und von was sie sich ernähren. Er kennt ihre Formen und Farben jeglicher Art. Mit magischen Bewegungen versteht er es die Tierchen sanft und ruhig in die Position zu dirigieren, dass sie von seinen Tauchgästen bestaunt oder fotografiert werden können. Da wo wir ahnungslos darüber hinweggleiten findet er die erstaunlichsten Wesen. Bei all seiner Konzentration hat er doch immer seine Tauchgäste im Auge um, wenn es nötig ist, sofort hilfreich zur Stelle zu sein. So macht es echte Freude, als Naturbeobachter oder Unterwasserfotograf durch Neptuns Reich geführt zu werden.



Mehr als zufriedene Tauchgäste
Auch die anderen Guides der Tauchbasis verfügen über die selben erstaunlichen Fähigkeiten. Die strahlenden Augen und die eifrigen Diskussionen über den erlebten Tauchgang verraten, dass der eben erlebte Tauchgang ein wahres High Light war. Die Digital - Fotografen schwärmen von den tollen Aufnahmen und die Anolog – Schützen können es kaum erwarten, die Schüsse entwickelt auf ihrem Leuchtpult zu begutachten.

Das Geheimnis der Guides
Wo nehmen diese Männer nur das enorme Wissen her, die Energie und die Freude an ihrer Aufgabe als Tauchguide. Ricco hat mir sein Geheimnis verraten:
Die Unterwasserfotografen teilen ihm mit, was sie sehen und aufnehmen möchten. Anhand der vielen Bücher welche auf der Basis zur Verfügung stehen lernt er die Tierarten kennen und prägt sich deren Aussehen und Vorkommen ein. Er liest über das Artverhalten der Tiere und deren bevorzugtem Lebensraum. Er tauscht mit seinen Arbeitskollegen untereinander das Wissen und die Erfahrungen aus. Ist einmal ein Meeresbewohner entdeckt, merkt er sich deren genaue Position und Tiefe, steckt den Ort mit natürlichen Gegenständen wie Palmblätter, kleinen Ästen von Pflanzen oder anderem gesunkenen Treibgut ab und findet so jederzeit wieder zu den Tierchen zurück. Zusätzlich besucht er Biologieseminare um sich weiter zu bilden, weil er generell am Leben im Meer interessiert ist. Dass die Sulusea über solch gewaltigen Artenreichtum verfügt ist bewundernswert, doch die seltenen und so gut getarnten Tiere auch zu finden, dazu braucht es ein geübtes Auge, viel Erfahrung und Geduld.

Zukunftsaussichten
Ricco hat noch keine spruchreifen Pläne, jedoch viele Ideen, welche er in Zukunft zu realisieren versucht. Sein grosser Wunsch an den Tourismus ist: dass Die Gäste sorge zur Natur tragen. Ihrerseits versuchen die Resorts, einheitlich nach den Richtlinien von PADI AWARE die Umwelt zu schützen in Einbezug der örtlichen Bestimmungen.

Robi Wyss