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Auf schnellstem Wege ans Mittelmeer
Oftmals haben wir die Möglichkeit ein verlängertes Wochenende mit Tauchen zu verbringen. Gerade diese Gelegenheit sollte man nutzen um ans Mittelmeer zu fahren.
In ca. 6 Stunden Reisezeit ist es möglich an die faszinierende Küste des ligurischen Meeres zu gelangen und die ersten Blicke über das offene Meer schweifen zu lassen.
Aus der Schweiz, über den grossen St. Bernhard, durch das Aosta – Tal, nach Savona, führt uns die Route zum nächst gelegene Unterwasser - Reservat im Mittelmeer.
Riserva Naturale di Berbeggi
Nach der Aussfahrt Savona fährt man nach Westen der Küste entlang zum Ort Spotorno. Auf diesem Weg fällt uns eine im Meer liegende Insel auf, welche etwa 200 m von der Küste entfernt, mit einem 53 m hohen Hügel aus dem Meer ragt. Hier befinden sich unsere Tauchspot’s.
Die Insel heisst Bergeggi und ist vor vielen Jahren durch eine Abspaltung der Gesteinsmassen entstanden. Anfangs war sie noch durch eine schmale Felspassage mit dem Festland verbunden. Der natürliche Zugang wurde jedoch bei einem mächtigen Sturm weggespült und es entstand diese Insel. Nach dieser Zeit haben sich auf dem Eiland viele seltene Vögel und Pflanzen angesiedelt und wurde zu einem kleinen Naturreservat. Heute ist die Insel in Privatbesitz und kann nicht frei besucht werden.
So interessant wie die Insel über Wasser erscheint, so spektakulär ist diese auch in der Meerestiefe. Rund um diese Insel herum, wurde das Gebiet von der italienischen Regierung zum Naturschutzreservat erklärt und wird seither von Tauchern als schönster Spot an der ligurischen Küste geschätzt.
Spotorno und Noli sind die idealsten Ausgangspunkte zum Erreichen dieses Tauchgebietes.
In diesen Ortschaften befinden sich Tauchbasen, welche berechtigt sind, an den Bojen im Naturreservat zu ankern, um ihre Passagiere hier tauchen zulassen.
Artenvielfalt auf engstem Raum
Isola di Bergeggi nennt sich das Reservat und hat für Taucher einiges zu bieten.
An den markanten Spots trifft man auf viele Lebewesen welche das Mittelmeer beheimaten.
Il Canalone ist die Aussenseite der Insel zum offenen Meer. Hier sind vor allem die Brassenschwärme zu Hause, auch Baracudas sind gelegentlich zu sehen. Der bunt Bewachsene Abhang mit seinen markanten Felsbrocken ist ein Tummelplatz für Anemonen, Schnecken, und Seesterne und in den unzähligen Spalten sind Langusten, Muränen und Kraken zu entdecken.
La Franata der südöstliche Spot bietet den Makrofotografen allerhand feines. Vom Einsiedlerkrebs zu Fadenschnecken und Borstenwürmer ist dieser platz gerade ein Eldorado für Liebhaber des Kleinlebens, welches vom zugespülten Plankton lebt. Deshalb sind ab 20 Meter auch die wunderschönsten Gorgonien im Tiefenwasser zu bewundern.
Punta Pifferaio ist der absolute Lieblingsplatz der Skorpionfische, welche in den Steinigen Felslöchern ihren Unterschlupf finden. Auch Muränen, Federsterne und Schwämme aller Art, sind hier zu Hause.
Secca del garage in der Geröllhalde ist der ideale Lebensraum vieler Krebsarten des Mittelmeeres und ebenfalls ein Platz wo man die entzückenden Anemonen und Wachsrosen trifft. Nicht selten findet sich auch eine Sepia am Tauchplatz ein.
Secca del magazino bietet an Felsüberhängen fantastischen Bewuchs der gelben Krustenanemonen und nicht selten suchen Gabeldorsche die dunklen Passagen auf.
Secca dei Gronghi und Secca delle Stelle sind ebenfalls Plätze wo sich viele Skorpionfische aufhalten. Zudem werden diese Orte geschätzt wegen der bunten Vielfalt verschiedenster schwämme und Seesterne.
Secca die Marassi ist der Lieblingsplatz der Wrack – Fans. Hier liegt in 45 m Tiefe ein italienisches Kanonenboot auf Grund. Das 76 m lange und 10 m breite Schiff ist 1943 gesunken.
Auch dem sandigen Grund sollte jeder Taucher seine Aufmerksamkeit schenken, da sich Schollen, Kammseesterne, Sandaale und Petermännchen darin verstecken und wer Glück hat trifft die seltene Thetis Fimbria.
Essen, Trinken, Schlafen und so....
Der Ort Spotorno ist touristisch sehr gut erschlossen und bietet in vielen Hotels und Pensionen, Übernachtungsmöglichkeiten zu günstigen Preisen. Auch für den Ausgang ist der Ort bestens eingerichrtet. Idyllische Gässchen mit unzähligen Läden, Restaurants, Bars, Discos und sogar einen Lunapark lassen die Zeit nach dem Tauchen zum kurzweiligen Vergnügen werden. Der breite Sandstrand macht das Baden für die ganze Familie zum vergnügen.
Wer es gerne etwas ruhiger mag, sucht sich eine Unterkunft im nahe gelegenen Ort Noli. Dieses Fischerdorf ist geschichtlich und kulturell am ligurischen Meer von grosser Bedeutung. Es versprüht mit seiner attraktiven Bauweise des Dorfes, umringt von einer Festungsmauer und bewacht von einer imposanten Burg oberhalb des Ortes, einen geradezu ritterlichen Charme. Der Badestrand ist sauber, gepflegt und mit guter Infrastruktur versehen. Noli ist ein typischer Ferienort der Italiener, deshalb trifft man selten auf fremdländische Touristen.
Flaschen, Blei und Boote
Beide Orte verfügen über Tauchbasen. In Spotorno ist die Basis etwas moderner eingerichtet. Getaucht wird vom Boot oder Zodiac aus, ganz nach italienischen Verhälnissen, also eher etwas lockerer, jedoch mit gutem Sicherheitsfaktor. Flaschen DIN / INT 12 Lt. /15 Lt.
Die Preise sind variabel und sollten vorgängig abgesprochen werden. Dolce fa niente ist in Ligurien gross geschrieben und es kann schon mal vorkommen, dass die Basis für
1 – 2 Stunden nicht besetzt ist. Deshalb ist zu raten, sich genügend Zeit einzuräumen und Geld für Getränke beim warten mitzunehmen. Va bene!
Tauchbasen:
Spotorno: Diving Center Nero Sub
Noli: Divenjoy Hotel Capo Noli
Für Kontakte im Ort oder Hotel nachfragen ! Robi Wyss
