Am Ras Abu Galoum
Beduin Diving.......
oder mit den Beduinen zum Tauchen am Ras Abu Galoum
Hart wie die Wüste, sanft wie das Meer, beweglich wie der Wind, für immer frei!
Lesen Sie den interessanten Bericht zum Tauchabenteuer am Ras Abu Galoum!
Bilder zum Küstenritt finden Sie im Ordner Bildergallerie / Rotes Meer Ras Abu Galum
Bilder zum Tauchen finden Sie im Ordner Bildergallerie / Ägypten Ras Abu Galum
Auf den faszinierenden Pfaden durch das Land der Pharaonen.
Die Geschichte der Beduinen lässt sich bis in die Zeit vor 100 Jahren vor Christus zurück verfolgen. „ Beduine“ in Arabisch „Badawi“ bedeutet: „Nicht sesshaft“ und bezeichnet einen Menschen, der stets auf der Wanderung ist. Diese liebenswürdigen Leute leben hauptsächlich von der Viehzucht. Ziegen und Schafe gehören dazu. Die Dromedare hingegen sind ihre wichtigsten Haustiere und Wegbegleiter. Sie benutzen diese Polsterfüssler als Lasttiere, welche angereiht als Karawane Tier um Tier den Küsten entlang, - oder quer durch die Wüste des Sinai, Handelswaren transportieren. Zur heutigen Zeit haben sich die Beduinen auch im Tourismus engagiert und führen Urlauber auf den faszinierenden Pfaden durch das Land der Pharaonen.
Strenge Sitten
Die Beduinen leben nach strenger Sitte in Familienclans, welche bis in die Zeit des Propheten Mohamed zurück gehen. Die stolzen Menschen kleiden sich mit ihren traditionellen Gewändern, wie: „Galabia“, dem Mantel und „Kaffia“ dem Kopftuch. Zur strengen Sitte gehört auch das Verbergen nackter Haut, bei Frauen, wie bei Männern. Daran sollten sich übrigens auch die Touristen halten, wenn sie die Beduinen besuchen. Die Nomaden ernähren sich von Gemüse, Käse, Fladenbrot und Milch. Aber auch Datteln, Feigen und Hülsenfrüchte decken ihren Tisch. An der Meeresküste lebende Beduinen verschmähen auch Fische und Meeresfrüchte nicht. Ihre Tiere werden nur zu ganz grossen Festanlässen geschlachtet. Die stolzen Beduinen essen ausschliesslich mit der rechten, reinen Hand. Die Linke dient der Körperreinigung.
Boten der Wüste
In der Wildnis der gebirgigen Steinwüste des Sinai fühlen sich diese Menschen wohl und niemand findet sich in diesem kargen, öden Lebensraum besser zu recht als dieses einzigartige Wandervolk. Die Vorfahren dieser Nomaden waren wichtige Boten und überbrachten jeweils die ersehnten Neuigkeiten. Das Handeln mit Stoffen, Gewürzen und vielem Anderem, gehörte auf den Langen beschwerlichen Pfaden zum Alltag und liegt diesen Menschen noch heute im Blut.
Faszinierendes Erlebnis
Einmal die fantastische Küste des Roten Meeres von seiner ursprünglichen Schönheit betrachten. Dieser Wunsch geht in Erfüllung, wenn in Dahab zu einem Tripp in den Beduinen-Ort Ras Abu Galoum aufgebrochen wird.
Kurz nach Tagesanbruch wurde das Tauchmaterial in die Packsäcke der Dromedare verstaut und auf die Fahrzeuge verladen. Mit einem kurzen Transfer zum Blue Hole begann das Abendteuer. Ordentlich geparkt, lagen die Dromedare bereit und die schwere Last wurde den geduldigen Tieren über ihre Höcker gehängt. Mit einem Konzert an Geblöke erhoben sich die Lasttiere. Zuerst mit den Hinterbeinen, dann mit den Vorderläufen, stemmten die kräftigen Vierbeiner die Ladung in die Höhe. Selbständig formierten sich die Tiere zu einer Karawane und auf das Kommando des Führers begann sich der Tross zu bewegen. Gemächlich schritten die Dromedare den steilen Hügel am Blue Hole hinauf und zogen in Richtung Norden. Wir Taucher gingen die erste Etappe zu Fuss, damit die Wüstentiere unsere Gewichte nicht auch noch den Berg hoch zu schleppen hatten. Bereits hier auf dieser Anhöhe, war die Übersicht auf das legendäre Tauchgebiet faszinierend und der Blick zum Blue Hole und auf die, im Morgenlicht leuchtenden Berge des Sinai, war einzigartig.
Wüstenritt
Nun hiess es aufsteigen! Der hohe Sitzplatz auf den Trampeltieren war schon etwas aussergewöhnlich und man musste sich zuerst mit der Höhe von guten zwei Metern zurecht finden. Der tiefblauen Meeresküste entlang waren die Kontraste der goldenen Berge und der rötlichen Sandflächen so faszinierend, dass auch das letzte Angstgefühl schnell vergessen war. Oftmals waren die Pfade nicht breiter als einen halben Meter und der Untergrund schien ausgeschliffen und rutschig. So waren wir recht erstaunt, über die enorme Trittsicherheit unserer Reittiere. Die Sonne stand nun bereits höher und wir taten gut daran, unseren Körper und Kopf gut geschützt zu wissen. Das ruhige Trotten der Dromedare, das sanfte Rauschen der Wellen und der leise wispernde Wüstenwind, verschaffte dem Erlebnis ein unvergessliches Empfinden.
Freundlicher Empfang
Nach neunzig Minuten Küstenritt erreichten wir den Beduinen-Ort am Ras Abu Galoum. Viele Kinder erwarteten uns kreischend am Rastplatz der Dromedare. Sichtlich erlöst senkten sich die Lasttiere in den Sand und wir konnten mit etwas ungewohnt wackligen Beinen absteigen. Wir wurden von den Dorfbewohnern freundlich in Empfang genommen und zu einem Schatten spendenden „Husah“, dem traditionellen, mit Palmenblättern gedeckten Unterstand geführt. Der gereichte Beduinen-Tee schmeckte hervorragend und obwohl dieser recht heiss war, löschte er unseren Durst im Nu. Bereits hatten unsere Tour-Begleiter das Tauchmaterial ordentlich auf Teppiche vor dem Unterstand ausgelegt und wir konnten uns für den ersten Tauchgang ausrüsten.
Nahezu unberührt
Am Spot „Triggerhouse“ liessen wir uns gemächlich über einen sandigen Einschnitt im Riff in die tiefe des Korallengartens sinken. Gewaltige Tischkorallen standen Eine nach der Andern im leicht abfallenden Korallengrund. Ein kunterbuntes Treiben unzähliger Arten von Fischen belebte die Szene. Aus dem blauen Tiefenwasser näherte sich ein Napoleonfisch und zog mit uns des Weges. Die Unterseiten der Korallentische waren behangen mit filigranen Weichkorallen in deren Schutz grosse Feuerfische ihre Ruhe fanden. Da wo sich die grossen Fische wohl fühlten, waren die kleinen auch nicht weit. So konnten wir viele juvenile Feuerfische betrachten, welche gerade nur wenige Zentimeter gross waren und aussahen, als ob sie aus zartem Glas gefertigt wurden. Steinfische, Drachenköpfe, weisse Muränen und viele Gattungen mehr liessen die Palette mit jedem Meter Tauchgang wachsen und ein weiterer erlebnisreicher Tauchgang, an einem schier unberührten Riff, prägte sich in unser Erinnerungsvermögen ein.
Das Handeln im Blut
Bereits bei der Rückkehr zum Rastplatz, wehte uns der duft von gebratenem Huhn entgegen und wir wurden mit einem bekömmlichen Mahl nach typischer Beduinen-Art bewirtet. Fein schmeckte das Essen und danach war Ruhepause angesagt. Diese Gelegenheit nutzten die Frauen und Kinder des Ortes. Kleine geschnitzte Holzkamele, Armbänder, Ketten und Tücher aller Arten wurden uns zum Kauf feil gehalten. Diesen erwartungsvoll funkelnden, dunklen Augen konnte man nicht wiederstehen und so wechselten Geld und Souvenir den Besitzer.
Schwärmendes Schauspiel
Der zweite Tauchgang stand an und führte uns zum eigentlichen Tauchspot Ras Abu Galoum. Wiederum bot sich uns eine überwältigende Korallenlandschaft mit vielen Tierarten. Man wusste kaum wo hinsehen, denn es wuselte über dem Riff so richtig von Fischen. Ganz besonders reizvoll war der freistehende Erg, welcher rundherum mit roten Weichkorallen bewachsen war. In dessen Schatten hatte sich ein riesiger Schwarm Beilbauchfische versammelt und die Tausenden von Fischen führten uns berauschende Schwarmtänze vor. Viel zu kurz war der Aufenthalt an dem Schönen Tauchplatz und die Reserveanzeige ermahnte uns zum Auftauchen.
Biblische Eindrücke
Die Sonne stand bereits tiefer und so wurde es Zeit, den Ritt zurück nach Dahab anzutreten. Wiederum präsentierte sich das Land der Verheissung in seiner vollkommenen Schönheit. Das Licht der untergehenden Sonne verwandelte die Kulisse mit der ziehenden Karawane in geradezu biblische Eindrücke. Schliesslich sollen ja die zehn Gebote im Sinai an die Menschheit übergeben worden sein.
Die Druckstellen an den Oberschenkeln, welche der Wüstenritt hinterliess, waren in kurzer Zeit vergessen. Was jedoch für immer blieb, war die Erinnerung an ein faszinierendes Erlebnis, welches hoffentlich auch in Zukunft noch von vielen Ägypten-Besuchern erfahren werden darf.
