Zwischen Luft und Wasser

Aktueller Bericht aus der Taucher Revue

Es ist wohl keine Grenze so perfekt, wie diese des Wasserspiegels.

Über der Wasseroberfläche herrschen die uns wohl bekannten Verhältnisse, in denen wir Menschen geboren wurden. Gleich unmittelbar darunter beginnt jedoch eine Welt, welche für unsereins fremd, geheimnisvoll, ja sogar furchterregend ist.

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Die Grenze dazwischen
Mit der Errungenschaft, dass wir Menschen uns als Taucher unter dem Wasserspiegel relativ gefahrlos aufhalten können, ist der Drang zur Erforschung des Lebensraumes Wasser wach geworden. Man taucht in die Tiefen aller nur möglichen Gewässer unseres Planeten. So interessant es ist, auf die Berge zu steigen und die Natur im Bereich unserer Atemluft zu erkunden, so faszinierend ist es in der Unterwasserwelt. Ebenso spannend ist jedoch genau die Grenze dazwischen.


Faszinierendes Spiegelbild an der Wasserscheide.



Ideal für Einzelgänger
Es kann durchaus vorkommen, dass man mit dem besten Willen keinen Tauchpartner auftreiben kann und man möchte trotzdem unbedingt ins Wasser. Also rüstet man sich mit ABC aus um schnorchelnd die Uferzonen zu erkunden. Wer sanft und ruhig dem Schilfgürtel eines Sees entlang gleitet, wird fasziniert sein von den vielen Eindrücken, des sich darin verbergenden Lebens. Man entdeckt Tausende von Jungfischen und kann beginnen diese nach deren Gattungen zu ordnen. Egli, Schleie, Hasli, Rötel, Brachsme, Felchen, ja sogar den Hecht können entdeckt und bestimmt werden. Dazu kommen Muscheln, Schnecken, Egel und unzählige Insektenlarven, welche sich an den Algen der Schilfrohre gütlich tun. Ganz abgesehen, von den vielen Unterwasserpflanzen und Algen, wird einem jetzt erst recht bewusst, in welchem gewaltigen Naturreservat man sich befindet. Nicht weniger faszinierend ist das Lichterspiel, der sich im Wasser brechenden Sonnenstrahlen. Wer sich dann nach dann nach einer langen Schnorchel-Tour, am Seeufer die untergehende Sonne und das glitzernde Spiegeln auf dem sich verfärbenden See bestaunt, wird sich bewusst sein. Dass es nebst dem Tauchen ein weiteres schönes Hobby gibt: Das Schnorcheln für Einzelgänger.


Treibgut am Rande des Schilfgürtels.



Naturgerechtes Verhalten
Nicht selten kommt man als Schnorchler problemlos auch in die Nähe der Wasservögel und hat somit die Möglichkeit, diese Tiere bei der Balz, beim Nisten und beim Brüten zu beobachten. Libellen auf blühenden Seerosen zu bestaunen, oder Kröten und Frösche aufzuspüren, macht ebenso Spass, wie das bewundern der Naturlandschaften unmittelbar über dem Wasserspiegel. Ganz wichtig dabei ist es, sich gegenüber der Natur richtig zu verhalten. Damit die Tiere in ihrem Lebensraum nicht gestört oder gar aufgeschreckt werden, ist absolute Ruhe eine Bedingung. Es ist somit auf ruhiges Schwimmen, mit möglichst sanften Flossenschlägen zu achten. Nicht in den Schilfgürtel eindringen. Seerosenstöcke und Pflanzenbüschel umschwimmen, oder wenn nicht anders möglich, vorsichtig zur Seite schieben. Beim Abtauchen, erst unter der Wasseroberfläche mit dem Flossenschlag beginnen, damit keine klatschenden Spritzgeräusche entstehen. Selbstverständlich macht das Schnorcheln auch zu zweit viel Freude. Dabei ist leiser Sprachaustausch angebracht um die Tierwelt nicht zu stören. Auch beim Schnorcheln gilt wie beim Tauchen: Nichts berühren oder mitnehmen!


Verträumte Unterwasserwelt!
Ein Ast voll besiedelt mit Moostierchen.



Die richtige Ausrüstung
Auch an der Wasseroberfläche kühlt der Körper relativ schnell aus. Deshalb ist es ratsam, einen 3 -4 mm dicken Tauchanzug zu tragen. Dieser schützt gleichzeitig vor Sonnenbrand und kratzenden Pflanzen oder Ästen. Ideal ist ein Schnorchel mit Auslassventil. Damit wird ein lautes Ausblasen verhindert, welches die Tiere verscheuchen könnte. Das Tragen von dünnen Handschuhen und einer Kopfhaube verhindert ebenfalls zu rasches auskühlen. Damit ruhig und problemlos auch mal abgetaucht werden kann, sollte ein Bleigurt getragen werden. Sein Gewicht sollte beim entleeren der Lunge, ein langsames Absinken bewirken. Wenn möglich sollte die Ausrüstrung keine grellen Farben enthalten, damit ein Tarneffekt besser gewährleistet ist.


Treibendes Seerosenblatt


Reizvolles Lichterspiel der Sonnenstrahlen.


Geheinisvolle Welt der Wasserpflanzen.



Mit der Kamera unterwegs
Mittlerweilen habe ich in vielen Gewässern solche Beobachtungstouren gemacht. Sei es im Fluss, See oder im Meer. Überall war die Faszination ebenso entstanden und ich hatte versucht diese Eindrücke mit der Kamera fotografisch festzuhalten. Die guten Lichtverhältnisse und das im Oberflächenbereich oftmals sehr klare Wasser machen das Fotografieren, selbst mit einfachsten, wasserdichten Kleinkameras möglich. Davon könnte sich mit Bestimmtheit, jeder begeisterte Wassersportler anstecken lassen.


Jungfische formen sich zu einem Klumpen um sich vor grossen Fressfeinden zu schützen.




am Schilf haften Luftblasen fest.





Hecht im Flachwasser auf der Pirsch.


Kröten und Frösche sien die ersten Frühlingsboten im Wasser.



Ein Sonnenbarsch versteckt sich im Wurzelgeflecht eines Weidenbaumes.


So reizvoll kann Schnorcheln im Süsswasser sein.


Wie von Künstlerhand geschaffen.




Tipp:

Im Buchhandel gibt es viele interessante Literatur, welche diesen Naturbereich beschreibt und die entsprechenden Bilder helfen dabei, die Lebewesen besser zu bestimmen.

Sehr zu empfehlen:
Süsswasserbiologie
Schill/Frohme/Bümmer
Delius Klasing

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